Super Mario Swiss Cup ’93 Als Nintendo den "Videospiel-Schweizer Meister" suchte.

In den USA startete Nintendo mit den Nintendo World Championships 1990 ein nationales Turnier, um die besten NES-Zocker in verschiedenen Altersklassen zu küren. Es folgten weitere Veranstaltung wie den Campus Challenges 1991 und 1992 oder dem PowerFest 1994, alle jedoch auf die USA beschränkt. Doch Nintendo, bzw. deren damaliger Vertriebspartner Waldmeier liess sich nicht lumpen und stellte auch für die Schweiz einen nationalen Highscore-Wettbewerb auf die Beine, bei welchem sowohl NES- wie auch SNES-Zocker auf ihre Kosten kamen: Den Super Mario Swiss Cup 93! Vor genau 25 Jahren, am 20. November 1993, fand das grosse Finale statt. Grund genug, um einen Blick zurückzuwerfen.

In der ganzen Schweiz wurden für insgesamt 22 Wochen in verschiedenen Geschäften Automaten aufgestellt, an welchen die Teilnehmer versuchen konnten sich für die Endausscheidung zu qualifizieren. Gespielt wurden Super Mario Bros. 3 auf dem NES und Road Runner auf dem erst kürzlich erschienenen SNES. Je nach gewünschtem Spiel konnte man vor Ort eine Diskette zum Preis von CHF 5.00 erwerben, welche für insgesamt 5 Versuche genutzt werden konnte. Die Disk wurde in das Laufwerk des Automaten eingelegt anschliessend griff man zum NES- oder SNES-Controller. Nach einer kurzen Einleitung startete die Highscorejagd. Insgesamt 7 Minuten hatte man zur Verfügung um eine möglichst hohe Punktzahl zu erzielen. Die Spiele waren allesamt ungekürzte Originale, das heisst es gab Titelbild, Zwischensequenzen, Weltkarten, etc. die ebenfalls am Zeitlimit nagten. Nach Abschluss des Versuchs konnte man die Diskette an Waldmeier senden, wo die Daten ausgewertet wurden. Jeder Teilnehmer hatte dabei die Möglichkeit auch mehrere Spiele zu absolvieren und weitere Disketten einzusenden. Wöchentlich wurde im Magazin «Schweizer Familie» eine Übersicht über die aktuellen 50 Bestleistungen abgedruckt.

Bis zum Ablauf der 22 Wochen wurden rund 62’000 siebenminütige Spiele absolviert. Die besten 500 Teilnehmer wurden zum am 14. November 1993 stattfindenden Turnier in Bern eingeladen, wo im K.O.-System die Finalteilnehmer ermittelt wurden. Weitere Vorausscheidungen fanden u.a. in Frauenfeld statt. Schlussendlich fand das grosse Finale am 20. November 1993 statt. Aus den insgesamt 160 Finalisten – je 16 pro Kategorie – wurden in 4 K.O.-Runden die insgesamt 10 Sieger der jeweiligen Altersklasse ermittelt und durften sich offiziell Nintendo Videospiel-Schweizer Meister nennen. Als Auszeichnung erhielt jeder Sieger einen Mario Goldpokal. Weitere Preise für die Teilnehmer waren unter anderem Sony MiniDisc Player, Nintendo-Caps oder 6 NES-Spiele nach Wahl.

Eine Übersicht über die Gewinner der jeweiligen Kategorien:

Super Mario Bros. 3 (NES)

Bis 9 Jahre Dominic Rüfenacht, Rubigen
10 – 11 Jahre Fabrice Weber, Orvin
12 – 13 Jahre Mustafa Modjib, Ittigen
14 – 15 Jahre Marco d’Arienzo, Rümlang
Über 16 Jahre René Fries, Bülach

Road Runner (SNES)

Bis 9 Jahre Alessandro Ramelli, Rebstein
10 – 11 Jahre Jean-Baptiste Bouleau, Petit Lancy
12 – 13 Jahre Stéphane Giezendanner, Grand Lancy
14 – 15 Jahre Gregor Birrer, Basel
Über 16 Jahre Marco Müller, Goldach

Eine besondere Auszeichnung gab es für das Erzielen der Tagesbestleistungen in den beiden Spielen. Dies gelang den folgenden Teilnehmern und waren damit Gewinner einer Reise nach Florida:

Ivan Miljkovic, Oberwil
Vlad Illies, St. Gallen

Seppatoni @ Super Mario Swiss Cup ‘93

Ja, auch meine Wenigkeit versuchte sich an dem Wettbewerb. Als Mitglied des Nintendo Clubs hatte ich einen Gutschein für eine kostenlose Diskette erhalten, den ich im Manor in Haag einlöste. Die – soweit ich mich erinnere – blaue Disk also in den Automaten gesteckt und direkt losgelegt. Eine bestimmte Taktik hatte ich keine, auch grossartig geübt hatte ich nicht. Ich sammelte einfach alle Items ein, plättete so viele Gegner wie möglich und schaute ansonsten, dass ich am Ende des Levels möglichst viel Zeit in Punkte umwandeln konnte.

Nach Absolvieren der 5 Versuche merkte ich mir mein bestes Ergebnis und wollte es erstmal mit der Auflistung in der Schweizer Familie vergleichen. Ein Blick in die Zeitschrift verriet, dass ich mich mit meiner Punktzahl in der zweiten Hälfte der Top 50 platziert hätte. Allerdings wollte ich nicht weitere CHF 5.- für eine Diskette lockermachen und extra durch die halbe Schweiz fahren für ein paar Minuten Videospielen, darauf hatte ich auch keine Lust. Also schickte ich meine Diskette gar nicht erst ein und wurde erst nach Ende des Wettbewerbs wieder darauf aufmerksam, als im Club Nintendo Magazin 1/94 ein kleiner Bericht dazu veröffentlicht wurde. Die meisten der oben abgebildeten Fotos entstammen alle aus diesem Artikel.

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