Tiny Barbarian DX Durchgespielt

Der kleine namenlose Barbar gab sein Debüt bereits 2013 als PC-Spiel, und erschien am 10. Oktober.2017 als Deluxe-Edition auch für die Nintendo Switch mit allen Inhalten und Levels vereint. Und das nicht nur als Download-Titel, sondern ebenso als Retail-Version mit einem grandiosen Cover des legendären Susumu Mathushita, der bereits in der Vergangenheit mit grandiosen Artworks für die Famitsu oder auch Spielen wie der Adventure Island-Serie auf sich aufmerksam gemacht hat.

Im Spiel schlüpft ihr in die Haut des Tiny Barbarian. Nachdem ihr euch erst einmal aus eurer misslichen Lage – gefesselt an einen Baum – befreit habt, offenbaren sich die ersten Abschnitte als klassischer Mix aus Plattformer und Action. Die Fähigkeiten des kleinen Kriegers bestehen aus Springen, sich an gewissen Objekten festhalten und sich mit dem Schwert durch ganze Gegnerhorden zu metzeln. Klingt simpel? Nun, ist es im Grunde genommen auch. Aber sowohl die Gegnerschaft wie auch das Leveldesign haben es gehörig in sich. Das wird dem Spieler spätestens nach dem Einführungsabschnitt auch bewusst. An allen Ecken und Enden drohen Fallen, Gegner und Abgründe damit, den Barbaren aus seinem Leben zu reissen. Gnadenlose Spungpassagen, die perfektes Timing und pixelgenaues Agieren erfordern oder opulente Bosse, deren Angriffsmuster und Verhalten genauestens studiert und verinnerlicht werden müssen um erfolgreich zu sein.

Ja, Tiny Barbarian ist ein knüppelhartes Spiel, bei denen Tode teils im Sekundentakt erfolgen. Dank fairer Rücksetzpunkte, makelloser Steuerung und kaum vorhandenen unfairen Stellen ist jedoch der Spieler stets selber Verantwortlich für das Ableben der Figur. Man fühlt sich an die alten Arcade-Klassiker erinnert: Spielt, scheitert, lernt daraus und kommt nächstes Mal etwas weiter. So offenbart sich Tiny Barbarian DX als ungemein motivierend für jedermann, der sich gerne an solchen knackigen Spielen festbeissen kann.

Diese werden in den 4 umfangreichen Welten auch mit abwechslungsreichen Abschnitten belohnt. Mal erklimmt ihr einen düsteren Türm, liefert euch Schlachten auf verschiedenen Reittieren oder wechselt zwischen Vorder- und Hintergrund. Und wem das noch nicht genug ist, der kann sich auf die Suche nach sämtlichen Diamanten machen, die in all den Levels versteckt sind und oftmals einiges an Können erfordern um eingesackt zu werden.

Die Präsentation wirkt mit dem winzigen Pixellook aufs erste etwas simpel, offenbart sich jedoch als enorm detailverliebt, was sich vor allem in den Animationen widerspiegelt, und sorgt für die nötige Übersicht und stellenweise auch eine ordentliche Prise Humor. Begleitet wird das Ganze von einem fantastischen Soundtrack, an dem man sich kaum satt hören kann. Als ob dem noch nicht genug ist, gibt es immer wieder Anspielungen auf bekannte Titel wie Castlevania oder Donkey Kong (sowohl das Original wie vor allem auch den Game Boy-Ableger).

Wem alle Mega Man- und Castlevania-Titel zu leicht sind und auch über Ghosts n’Goblins nur lächeln kann, der wird mit Tiny Barbarian DX eine neue Herausforderung finden. Spieler ohne Geduld und Frustresistenz können hier einpacken, sie werden gnadenlos scheitert, alle anderen werden mit einem packenden Abenteuer belohnt, das auch simultan zu zweit gespielt werden kann.

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