Virtual Boy Exklusives Probespielen in Europa

Happy Birthday, lieber Virtual Boy! Der potenzielle Game-Boy-Nachfolger feiert heute seinen 25. Geburtstag. Auch wenn Nintendos VR-Experiment als Flop in die Geschichte einging, so hat das Gerät bis heute nichts von seiner Faszination eingebüsst und besitzt noch immer eine treue Fangemeinde. Auch ich habe etliche Stunden mit der VR-Brille auf Beinen verbracht und bin immer wieder in die rot-schwarzen Tiefen der 3D-Welten eingetaucht. Zur Feier des Vierteljahrhunderts mit dem roten Kasten blicke ich zurück auf meine erste Begegnung mit dem Virtual Boy an einem exklusiven Event.

An der Shoshinkai in Tokio im November 1994 wurde das Gerät das erste Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Es war aber der schweiz/österreichischen Club Nintendo Ausgabe 02/1995 zu verdanken, dass ich das erste Mal von der Existenz dieses Geräts erfuhr. Der Bericht über den „speziell entworfenen Helm“, der äussere Störungen eliminiert, versprach hochauflösende rote Bilder auf schwarzem Hintergrund und erstaunliche „Klarheit und Tiefe“ in einem 3-D-Universum. Die farbarmen aber knackscharfen Bilder sorgten für zusätzliche  Neugier auf das Gerät. Mit einer Boxsimulation, einem Plattformspiel und einem Daytona Rennspiel wurden bereits erste Titel in Aussicht gestellt.

Die Vorstellung der Virtual Boys im Club Nintendo

Im darauf folgenden August erhielten Club Nintendo-Mitglieder aus der Ostschweiz per Post eine exklusive Einladung zur „Schweizer Spielemesse und Mobautech“ in St. Gallen, welche jeweils im September stattfand. Das Besondere daran: Die Club-Mitglieder durften am Messestand von Nintendo exklusiv hinter verschlossenen Türen den Virtual Boy ausprobieren. Aber lest selbst:

Da auch ich glücklicher Empfänger einer solchen Einladung war und St. Gallen auch nur eine knappe halbe Stunde von unserem Wohnort entfernt war, machte ich mich mit meinen Eltern auf zur Spielwarenmesse auf dem OLMA-Areal. Am Nintendo-Standblieb mir vor allem die noch starke Präsenz des NES in Erinnerung, welche mir auch endlich den Kauf des lange begehrten „The Legend of Zelda“ ermöglichte.

Mit der Einladung für den VB-Test wandte ich mich an einen Mitarbeiter am Messestand, welcher mich zu unauffällig im Hintergrund positionierten Kabinen mit verschlossenen Vorhängen führte. Sogleich wurde bei einer unbesetzten Kammer der Vorhang gezogen, und da stand tatsächlich der brandneue Virtual Boy vor mir. Nach einer kurzen Instruktion durfte ich mich an das Gerät setzen und hinter wieder verschlossenem Vorhang erstmals Hand an die portable Konsole legen.

Im Gerät steckte das Modul Mario’s Tennis. Schon kurz nach Beginn war ich begeistert ob des grandiosen 3D-Effekts und der herrlichen Aufmachung des Spiels mit zahlreichen bekannten Mario-Elementen wie Lakitu oder den typischen Hügeln im Hintergrund. So tauchte ich rund 15 Minuten in die rot-schwarze Welt hinein, schlug so manchen Filzball mit Mario, Donkey Kong Jr. & Co. über das Netz und genoss die bis dato ungekannte räumliche Darstellung, bevor ich die Kabine leider wieder verlassen musste. Aber immerhin hab ich mitbekommen, dass in dieser Zeit beim Gerät nebenan bereits zwei Mal gewechselt wurde.

Auf Nachfrage, wann das Gerät bei uns erhältlich sein würde, erhielt ich  die Angabe, dass es wahrscheinlich Anfang 1996 so weit sein würde. Doch wie wir heute alle wissen, schaffte es das Gerät nie offiziell nach Europa. Und erst vor wenigen Jahren erfuhr ich, dass der Messeauftritt in St. Gallen tatsächlich die bis anhin einzige bekannte öffentliche Vorstellung des Virtual Boys in Europa war.

Zwar habe ich später in einer Interdiscount-Filiale Virtual Boys erblick, diese wurden jedoch als hochpreisige Importware angeboten. So dauerte es einige weitere Jahre, bis ich tatsächlich ein Exemplar ergattern konnte und in der Folge auch einige Spiele für das Gerät erwarb. Doch mehr dazu ein anderes mal.

Für weitere Informationen über Nintendos Virtual Boy sei euch die famose Website https://www.planetvb.com/ empfohlen.

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